Berufliches

Seit dem vierzehnten Lebensjahr arbeite ich mit Computern. Anfangs noch spielerisch, programmierend, später dann mit einem der ersten DTP-Programme Calamus auf dem Atari ST. Das Aufnehmen persönlicher Mixtapes verlangte nach ebenso persönlich gestalteten Covern, von der damals üblichen Collage kam ich so durch den Einsatz des Rechners zum Layout.

Meinem geisteswissenschaftlich ausgerichteten Abitur folgten entsprechende universitäre Studien. Während des Studiums verdiente ich jedoch sehr gut mit Planbeschriftungen und dem Layout von Konzepten für ein Architekturbüro und stand irgendwann vor der Wahl, das Studium abzuschliessen (und Taxifahrer zu werden) oder mich noch einmal neu zu orientieren. In der Mixtape-Covergestaltung hatte ich inzwischen eine gewisse Meisterschaft erlangt, Typografie gefiel mir sehr und so absolvierte ich drei Praktika im kreativen Gewerbe, um parallel eine Mappe für ein Studium an der FH Design anzufertigen.

Druckvorlagenhersteller

In der Aufnahmeprüfung der FH wurde ich leider als „zu weit, können wir nichts mehr beibringen, gehen Sie arbeiten!“ abgelehnt. Gesagt, getan, ein Ausbildungslatz in einer Werbeagentur war zum Glück schnell gefunden. Dem heutigen Gesellentitel Mediengestalter entsprach der damalige Druckvorlagenhersteller. In der Agentur forcierte ich die Umstellung von sehr zeitaufwändiger Blindtextmontage per Kopie hin zur Texterfassung mit dem PC (CorelDraw) und der Montage mit gedrucktem, echten Text.

DTP-Grafiker

Mit Abschluß der Ausbildung folgte ich einem befreundeten Designer hin zu meiner ersten Anstellung. Als DTP-Grafiker am Mac (QuarkXPress) lernte ich viel und wurde zudem schnell System-Operator – auch des Mailservers. Ja, das Internet hatte inzwischen Einzug gehalten und privat sowie beruflich war ich sehr begeistert von dem neuen Medium. Es fehlten entsprechende Aufträge in der Agentur, um mich zu halten.

Screendesigner

So sprang ich ins kalte Wasser und heuerte als Screen-Designer in einer jungen Multimediaagentur an, die zudem auch Provider für ihre Kunden war. Erneut lernte ich sehr viel und lotete gemeinsam im Team mit einem hervorragenden Programmierer die Grenzen des HTML aus. Wir machten schöne Webseiten, allerdings war mir das in der Substanz zu wenig. Und so folgte ich dem Ruf einer der damals Top 10 Corporate Design Agenturen in Deutschland.

Designer & Aufbau einer Web-Unit & Geschäftsleiter

Hier war Internet noch wahres Neuland und ich durfte den Bereich Internet für die Kunden des Büros erschließen. Ich lernte viel hinsichtlich strategischer Ausrichtung von Kommunikationsmaßnahmen, deren konzeptionellen Fundamenten und der Adaption von Corporate Design auf neue Medien. Nach kurzer Zeit holte ich den Programmierer aus der Multimediaagentur nach und gemeinsam durften wir als Geschäftsleiter der als eigenständige Firma ausgegründeten Unit größere Webprojekte stemmen – darunter einen ersten, selbst programmierten Webshop.

Fortbildung zum E-Business-Manager

Durch das Platzen der Blase am neuen Markt schwand jedoch das Vertrauen der Wirtschaft in die neuen Medien – Aufträge blieben aus und ließen sich auch nicht mehr akquirieren. Unsere kleine Internetschmiede musste daher schließen, mein Kompagnon fand zum Glück eine andere Anstellung. Ich wollte aber nicht zurück ins Mutterunternehmen und nur Print machen. Webshops, der Handel im Internet, hatten es mir angetan. Da jedoch auch die großen Agenturen der Branche einen Einstellungsstop verhängt hatten und die freie Mitarbeit für Agenturen nicht sehr ausfüllend war, entschloss ich mich zur Fortbildung zum E-Business-Manager.

Aufbau eines Onlinehandels

Nach erfolgreichem Abschluss der Fortbildung hatte sich die Branche leider noch immer nicht erholt, freie Stellen waren nach wie vor Mangelware. So geriet ich eher zufällig an eine kleine Friseurkette, für die ich einen Onlinehandel aufbauen durfte auf den Plattformen ebay, Amazon und eigenem Webshop. Jede Plattform mit eigener Verkaufsabwicklung, handschriftliche Etikettierung der Pakete, es war ein riesiger Aufwand. Nach der bedauernswerten Insolvenz meines Arbeitgebers machte ich mich mit dem erworbenen Wissen selbständig und schloss entsprechende Lieferantenverträge mit den Friseurartikelherstellern.

Selbständig im Onlinehandel

Durch ein einheitliches Backend (afterbuy) in der Verkaufsabwicklung meiner Shops auf ebay, Yatego und meines eigenen Webshops sowie des automatisierten Etikettendrucks konnte ich große Bestellmengen mit minimalem Aufwand bewältigen. Ein monatlicher Newsletter diente der Kundenbindung, der Bewerbung von Aktionen und dem Abverkauf von Restanten. Facebook-Anzeigen führten zur Kunden-Neugewinnung.

Besonders auf ebay wurde ich zu einem Senkrechtstarter, Nachahmer mit dem Kundengewinnungskonzept „Dumpingpreise“ schossen wie Pilze aus dem Boden. Den Preiskrieg konnte ich auch nicht mit der Eröffnung eines kleinen Lädchens meiner Produkte gewinnen. Nach acht Jahren war mein Gewerbe so weit geschrumpft, dass ich es nur noch nebengewerblich für meine wenigen Stammkundinnen weiter führen konnte und mir erneut eine Anstellung suchen musste.

Projektmanager & Designer

Diese fand ich zum Glück schnell und war seit September 2013 bei LANDA Designer verantwortlich für Konzeption, Projektleitung, Webprojekte und Social Media der Kunden sowie für die Katalogerstellung (mittels XML). Die halbjährlich erscheinenden Vorschauen des Ravensburger Verlags betreute ich über sieben Saisons hin und konnte hier den personellen Aufwand in der Agentur von vier auf zwei Mitarbeiter reduzieren. Das größte und am meisten fordernde Projekt in 2015/16 für mich als Projektmanager war jedoch der Relaunch von Lumberg Connect in neuem, zeitgemäßen Design; mit Produktselektor und Anbindung an einen neu geschaffenen Product Information Manager aus im Unternehmen weit verstreuten Informationen sowie SAP. Zu meinem großen Glück konnte ich für die Arbeiten am Backend eine Koryphäe auf diesem Gebiet verpflichten. Kennen gelernt haben wir uns über die gemeinsame Grillleidenschaft, wie das Leben so spielt.

Senior Projekt Manager Online

Lange schon habe ich den Wunsch gehegt, aus der Agenturbranche in die Wirtschaft zu wechseln. In verantwortlicher Position zu konzipieren, zu planen, Prozesse zu gestalten, diese durchzuführen und zu kontrollieren und von der anderen Seite des Tisches mit Agenturen und Dienstleistern zusammen zu arbeiten.

Zum 2. Januar 2017 habe ich diesen Wechsel vollzogen und bin seitdem als Senior Projekt Manager Online in einem Verlagshaus für 2 Verlage tätig. Hier verantworte ich mit meinem kleinen Team sämtliche Online-Projekte von der Weiterentwicklung der verschiedenen Websites bis zum Newsletter-Marketing, die Social Media-Kanäle habe ich zudem aufgebaut. In der Tat ist Content Marketing ein spannendes Thema! Da ich natürlich noch immer Print im Blut habe, ist meine Meinung auch hier gefragt – und ich komme den internen Anfragen nach Verbesserungen gerne beratend nach.

Die Funktion als Schnittstelle zwischen Unternehmen und externem Dienstleister/Agentur empfinde ich als sehr befriedigend, da ich das Agenturdenken kenne und die Wünsche meines Arbeitgebers durchzusetzen weiß, auch unter Kostengesichtspunkten. Die Agentur zeigt sich zudem erfreut und findet es sehr hilfreich, jemanden mit meiner Erfahrung auf der Seite ihres Kunden zu wissen.

Als sehr bereichernd erlebe ich, den Vertrieb und das Vertriebsdenken eines Unternehmens kennen zu lernen. Ein Wissen, dass mir als Agenturmensch schlicht fehlte. Angelesen: ja, in Gesprächen von Kundenseite vermittelt bekommen: ja, aber dieses in der Arbeit zu leben: etwas gänzlich anderes. Hier schlägt das Herz des Mittelstands.

Mein Herz schlägt für Software, die mir die Arbeit und das Leben erleichtert. Ich versuche, hier stets auf dem laufenden zu sein, sei es als SAAS für den Desktop oder als App, systemübergreifend oder proprietär. So konnte ich als internes Social Media- und Datenaustauschtool zunächst Slack und später MS Teams einführen, meiner Kollegin im Social Media durfte ich sehr zu ihrer Freude HootSuite empfehlen. Über Asana organisiere ich Projektabläufe intern und mit externen Dienstleistern/Agenturen. Cleverreach und Rapidmail nutze ich für den Emailversand und Klick-Tipp für das Tag-basierte Email-Marketing – in automatisierten Kampagnen ablaufend, großartig.

Mein Kollege und Redaktionsleiter sowie mein Chef schätzen zudem Blinkist als App, die ihnen in ihrer knappen Freizeit mittels ausführlicher Rezensionen ausgewählte Buchtitel näher bringt.

Apropos Buchtitel: meine Empfehlungen rückblickend auf 2018 sind „The Digital Transformation Playbook“ von David L. Rogers und „Content Design“ von Weller/Harmanus.


Soweit mein beruflicher Werdegang. Abschliessend noch eine Liste der Kunden, für die ich den zurückliegenden Jahren in Agenturen gearbeitet habe (eine Auswahl der Größten, chronologisch aufsteigend):

Akzo Nobel
Wyeth Pharma
Entsorgung Dortmund
VEKA
Marketinginitiative Zweischalige Wand/Bauen mit Backstein
Goutess
Mono Metallwaren
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Ruhrgas Industries
Deutscher Kinderschutzbund
Ernstings Family
Berner Ladenbau
Gutefrage.net
Sparkassen Münsterland Giro
Wirtschaftsförderung Münster
Ravensburger Verlag
Lumberg Connect